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Kurze Wege  

   

Reise nach Jerusalem

Nach intensiver Arbeit der Archiv-AG machten sich 6 Schüler*innen mit den zwei Lehrerinnen Frau Mäser und Frau Nordhaus vom 14. bis 18. November 2017 auf die Reise nach Jerusalem, um ihre eigens erarbeitete Broschüre „Spurensuche" dem World Holocaust Remembrance Center Yad Vashem zu überreichen. Die AG hatte sich zuvor Monate lang mit den Akten des Schularchivs auseinandergesetzt und erarbeitete auf deren Grundlage eine Broschüre, die die zahlreichen Schicksale ehemaliger jüdischer Schüler zur Zeiten des Nationalsozialismus zusammenfasst. Nachdem sie mit ihr im Jahre 2015 überraschend den Margot-Friedlander-Preis erhalten hatten, ging das Abenteuer erst richtig los und sie machten sich auf, die Geschichte der heiligen Stadt zu erkunden...Fr. Mäser-Fröhling, Anna Sophia, Fr. Nordhaus, Angelina, Lena, Anna, Aljoscha, Samuel 

 

 

 

Reisebericht

 

Die Behandlung des Nationalsozialismus im Unterricht ist deutschlandweit Bestandteil des Lehrplans und so findet man in den Geschichtsbüchern zahlreiche Seiten über das Schicksal der Juden im 20. Jahrhundert. Oft wird dabei jedoch lediglich ein allgemeines Bild dargelegt, welches häufig distanziert auf den Rezipienten wirkt. Doch jeder Mensch hat eine eigene Geschichte- ein ganz persönliches Schicksal, das es verdient hat, gehört zu werden. Die Archiv-AG des Hermann-Ehlers-Gymnasiums in Berlin hat sich 2015 dazu entschlossen, die Geschichten und individuellen Schicksale ihrer Mitschüler zur Zeit des Nationalsozialismus zu studieren.                                                         „Wir sahen es, im Namen der Schule, als unsere Aufgabe an, dass über 100 Jahre alte Schularchiv zu durchforsten und den uns so naheliegenden Fällen ehemaliger jüdischer Schüler, auf den Grund zu gehen.“                                                                                                                                          Zwei Jahre intensiver Arbeit später, war das Projekt vollkommen und alle gesammelten Informationen über die Schicksale der Schüler, die einst auf das Hermann-Ehlers-Gymnasium gingen, wurden im März 2017 in ihrer Broschüre „Spurensuche“ festgehalten.

Dank großzügiger Unterstützung und Förderung des Senats, der Axel-Springer-Stiftung sowie der Harold-Bob-Stiftung und der Schwarzkopf-Stiftung, wurde sechs Schülern der Archiv-AG, die Fahrt in die Heilige Stadt Jerusalem ermöglicht, um das Buch dem World Holocaust Center Yad Vashem zu überreichen, damit dieses in Zukunft in dessen Bibliothek ausgestellt werden könne.

Alle waren ausgesprochen aufgeregt, als es am Dienstag, den 14. November 2017, endlich zum Flughafen Berlin Schönefeld losging und das Abenteuer startete. Vier Zeitstunden später betraten wir zum ersten Mal den israelischen Boden und sammelten erste Eindrücke, als wir durch die aride Landschaft mit dem Bus fuhren und unsere Koffer die letzten Meter zum Hostel hinter uns herzogen. Einige Schüler kam es vor wie eine Zeitreise und sie staunten, während andere noch gar nicht realisieren konnten, dass ein Schulprojekt und die Unterstützung mehrerer Institutionen ihnen eine solche Erfahrung ermöglichten. Doch als wir einige Stunden später von Tayelet Armon Hanatziv, eine Parkanlage auf einem Hügel gegenüber der Altstadt, das atemberaubende Panorama der Stadt Jerusalem vor uns sahen und das Lichtermeer in unseren Augen glänzte, wurde uns nicht nur klar, was wir erreicht hatten, sondern wir sahen eine Stadt vor uns, in der die monotheistischen Religionen zusammenlebten und der Terror aus dem Medien schien für einige Zeit vergessen. Im Anschluss probierten wir die israelische Spezialität Sabich, eine Teigtasche gefüllt mit Auberginen und anderen Köstlichkeiten.

Um die Stadt besser kennenzulernen und möglichst alle Facetten zu entdecken, entschlossen wir uns am darauffolgenden Tag (15.11), eine Stadtbesichtigung zu machen. So wurden wir von unserer Reiseleitung durch die Altstadt zum Tempelberg geführt, welcher der Bibel zufolge vor 3000 Jahren von Salomo als erster Tempel geschaffen wurde. Hier konnten wir nicht nur die al-Aqṣā-Moschee und den Felsendom betrachten, sondern hatten erneut die Stadt vor unseren Füßen liegen. Kurz darauf erreichten wir die Klagemauer. Zahlreiche gläubige Juden und Besucher versammelten sich vor der Mauer, Frauen und Männer getrennt. Sie beteten und steckten ihre Wunschzettel in die Rillen der Klagemauer. Auch einige Schüler schrieben fleißig ihre Zettel und kamen dem Ort so noch ein kleines Stück näher. Nun waren wir gespannt auch einmal einen Gebetsort von innen zu sehen und machten Kurs auf die Hurvah Synagoge. Von der Kuppel aus hatten wir zum dritten Mal einen faszinierenden Überblick über die Stadt. Doch wir waren uns sicher, dass diese Aussicht uns niemals müde machen würde, denn jedes Mal sprang etwas Neues ins Auge. Anschließend schlängelten wir uns über einen Markt, welcher von fremdem Gerüchen, bunten Farben und lauten Klängen erfüllt war, in das christliche Viertel zu der Grabeskirche, die wir von innen besichtigten. Nachdem wir eine weitere kulinarische Spezialität genossen hatten, erreichten wir endlich den Punkt auf der Liste, auf den wir alle gewartet hatten- der Besuch in der Holocaustgedenkstätte Yad Vashem. Das Museum ist ein Mahnmal und ist zudem ein Dokumentationszentrum der systematischen Judenverfolgung 1941-1945. Ein Guide führte uns durch das Museum und brachte uns die Zeiten des Holocausts näher. Anders als in einigen Gedenkstätten, die ebenfalls an jene Zeiten erinnern, stellt Yad Vashem die vorzeitigen Lebensumstände der jüdisch gläubigen Bevölkerung anfangs dar und lässt den Besucher das damalige Geschehen etappenweise mitverfolgen. Die Blicke unserer Mitschüler sprachen Worte. Das Museum schaffte es unseren ganzen Körper mit Emotionen zu füllen und mit jedem Schritt, mit jeder neuen Abbildung wurde das Herz schwerer. Doch gleichzeitig projiziert die Ausstellung zu Ende hin ein Bild von Hoffnung und Kraft, indem der Kampf der Überlebenden dargelegt wird.                                                      

Der Blick über das Panorama am Ende des Ganges ließ uns Zeit zum Nachdenken über die Vergangenheit, aber vor allem über die Zukunft. Einige Augenblicke später stand die Archiv-AG schließlich in der Bibliothek  der Archivalien von Yad Vashem. Dort nahmen uns Serafima Velkovich und Yossi Gevir freundlich in Empfang. Wir tauschten uns intensiv über das Projekt „Spurensuche“ aus, stellten uns gegenseitig Fragen, bis es zur langersehnten Buchübergabe kam. Wir hatten es tatsächlich geschafft, zusammen ein Buch zu schreiben, das in Zukunft von Besuchern aus der ganzen Welt betrachtet werden kann. Abschließend wurden wir zu einem weiteren Gebäude des Campus geführt. Ein dunkler Raum mit vereinzelt aufgestellten Kerzen. Audioaufnahmen erklangen von den Wänden, die die unzähligen Namen ermordeter Kinder aneinanderreihten. Die jungen Schicksale gingen uns besonders ans Herz, da einige von ihnen nicht einmal so alt waren wie wir, als sie von ihren Familien getrennt wurden und grauenvoll starben.                                                    Jeder Einzelne von uns ging an diesem Tag mit gemischten Gefühlen schlafen.

Am 16. November machten wir uns auf den Weg zu der ehemaligen jüdischen Festung Masada, südlich Jerusalems. Nach zwei Stunden Fahrt erreichten wir den Nationalpark und staunten nicht schlecht, als die 6oo Meter hohe Festung vor uns lag und uns wurde klar, dass die eigentliche Reise erst jetzt beginnen sollte. Wir entschlossen uns als Gruppe, das Abenteuer auf uns zu nehmen und über den sogenannten Schlangenpfad, dessen Name er gerecht wurde, bei über 25° den Berg zu besteigen. Nach einer Stunde hatten wir es geschafft und bereuten oben angekommen, unsere Entscheidung nicht im Geringsten und dafür blieb uns auch gar keine Zeit. Das Relief Israels erstreckte sich vor unseren Füßen und zum ersten Mal sahen wir in der Ferne sogar das Tote Meer. Kurze Zeit später machten wir uns auf eigene Faust auf den Weg, das Areal zu erkunden. Nicht nur alte Thermalbäder und Speicher waren zu sehen, sondern sogar die Grundmauern einiger Villen und Wohnungen sind erhalten geblieben. Die Zeit verging wie im Flug und so fanden wir uns einige Zeit später in der Seilbahn, auf dem Weg nach unten wieder.                                                                                    Der Aufstieg war jedoch noch in allen Knochen zu spüren und so beendeten wir den Tag mit einem Abstecher am Toten Meer.

Der Freitag (17.11.) war ein weiterer Tag voller Eindrücke. Da unser Programm lediglich die Feier des jüdischen Fests Shabbat am Abend dieses Tages vorsah, nutzen wir jenen, um die Altstadt noch einmal genauer zu erkunden und Einkäufe für das genannte Fest zu tätigen. Ein weiteres Mal empfing uns der Markt mit unbekannten Gerüchen und wir konnten es uns nicht entgehen lassen, an der ein oder anderen Stelle, die fremden Spezialitäten zu kosten.                                                                                                                Nachmittags hatten wir alles zusammen, was wir für ein typisches Shabbatfest benötigten; frisches Gemüse, Oliven, das traditionelle Brot Challah, den koscheren Kiddushwein und die unterschiedlichsten Süßigkeiten. Doch das Essen musste noch warten. Um 16 Uhr sollte die Sonne untergehen und das Fest an der Klagemauer beginnen. Auch wir befanden uns zu diesem Zeitpunkt vor Ort und beobachteten den Ablauf. Anfangs sangen jüdische Schüler und Schülerinnen festliche Lieder und tanzten vor Freude, bis sie sich einige Zeit später verabschiedeten und sich zum Beten zu den getrennten Abschnitten der Klagemauer zuordneten. Obwohl der Großteil unserer Gruppe nicht dem jüdischen Glauben angehört, wurden wir freundlich aufgenommen und aufgefordert, uns in die Tanzkreise zu integrieren. Als die ersten Familien den Platz verließen, schlossen wir uns ihnen an und machten uns auf den Rückweg in unser Hostel, um nun im privaten Kreis auf der Dachterrasse Shabbat zu feiern. Jüdische Schüler sprachen Gebete und wiesen uns in das traditionelle Mahl ein.                                            Nach dem Essen besichtigten wir zusammen mit unseren Lehrern in der Stille der Nacht, das israelische Parlamentsgebäude Knesset.

Der letzte Tag war gekommen und der Transferbus sollte uns um 13 Uhr zurück zum Flughafen in Tel Aviv bringen. Wir wollten jedoch jeden Moment der Reise nutzen und konnten uns einen letzten Blick über das „goldene“ Jerusalem nicht entgehen lassen. Dementsprechend trafen wir uns um 5 Uhr in der Morgendämmerung in der Lobby des Hostels und begaben uns auf die letzten Schritte durch die Stadt, die verschiedenen Viertel, sahen zum letzten Mal die Märkte und erreichten schließlich den Ölberg nordöstlich des Tempelbergs, den wir bereits am Dienstag gesehen hatten. Doch nicht nur die Sicht auf den Tempelberg war dieses Mal eine andere. Wir hatten viel gelernt in den vergangenen Tagen, über die Stadt, ihre Geschichte und über uns selbst und schauten mit verträumten Augen über die goldene Stadt.                                                               15 Stunden später kamen wir voller neu gewonnener Eindrücke wieder in Berlin an und blickten mit einem glücklichen und einem bedrückten Auge in die Gesichter unserer Eltern.

Wir hatten eine einzigartige und sehr lehrreiche Zeit in Israel, an die wir uns ein Leben lang zurückerinnern werden.                                                                                                        Im Namen des ganzen Kurses, bedanken wir uns für die Unterstützungen und sind überwältigt, dass uns die Arbeit an dem Schulprojekt „Spurensuche“ diese tolle Reise ermöglicht hat.                              

 

 

 

   

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